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LeuchtturmVitamin-B-Andacht:
gesunde biblische Denkanstöße für jede Woche


21. Woche 2020

Tausend fallen an deiner Seite, zehntausend zu deiner Rechten, aber dich erreicht es nicht.

Psalm 91, 7

 

Mit diesem Bibelwort hatte ich immer meine Probleme. Ich denke da an meinen gläubigen Vater, der fast unverletzt aus dem zweiten Weltkrieg zurückgekommen ist. Aber auch an seinen ebenfalls gläubigen Bruder, der damals als Soldat gefallen ist. Was hat Letzterer falsch gemacht, daß Gott anscheinend diese Verheißung an ihm nicht erfüllt hat? Oder ist dieses Bibelwort ganz anders gemeint?

 

Heute meine ich, in der Ausarbereitung dieser Andacht eine befriedigende Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. Ich glaube, daß es hier nicht um Bewahrung in irdischen Bedrohungen und Gefahren geht, sondern um Schutz vor dem gerechten Gericht Gottes, das über die Gottlosen kommt.

 

Ausleger erinnern zu Recht an den Würgeengel, der kurz vor dem Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten die erstgeborenen ägyptischen Söhne tötete, aber die Israeliten verschonte. Sie waren der Anweisung Gottes gefolgt, ihre Türpfosten mit Blut vom Passahlamm zu bestreichen (2. Mose 11 – 12). Oder auch an den Untergang der Kavallerie des Pharao, während die Israeliten unbehelligt das andere Ufer des Roten Meeres erreichten (2. Mose 14).

 

Wenn Du diesen Psalm von Anfang an liest, kommen Dir sicher Bedenken gegenüber dieser Auslegung, denn hier ist die Rede von drei verschiedenen Personen: Gott, dem Gläubigen und demjenigen, der den Frommen bedroht. Und es wird kein Zusammenhang hergestellt zwischen der bedrohlichen Pest und den umherfliegenden Pfeilen einerseits und Gott andererseits.

 

Aber dann lesen wir Vers 8: "Halte nur die Augen offen, und du wirst die Vergeltung an den Frevlern sehen" (Übersetzung von mir). Es geht also tatsächlich doch um Gottes Vergeltung an den Gottlosen.

 

Um das richtig einordnen zu können, muß man sich vor Augen halten, daß die Menschen damals noch in echter Gottesfurcht lebten. Sie hatten noch ein Bewußtsein für das, was Unrecht vor Ihm ist. Sie erahnten noch etwas von der Heiligkeit Gottes. Und für sie war klar, daß Gott einmal alle Gottlosigkeit, alle Schuld, alle Übertretungen Seiner guten und gerechten Gebote hart bestrafen würde.

 

Das alles ist uns heute ja weitestgehend verloren gegangen. Und das gilt, wenn auch eingeschränkt, sogar für nicht wenige Gläubige heute. Wann hast Du zuletzt eine Predigt gehört über Themen wie die Heiligkeit Gottes, Seine bevorstehenden Gerichte, die Hölle oder wie sehr Er die Sünde haßt?

 

Aber Gottes Gericht über die immer gottloser werdende Menschheit wird kommen, auch, wenn wir nicht gerne daran denken, geschweige denn uns damit intensiv auseinandersetzen.

 

Also – was bedeutet diese Verheißung konkret? Gott hat uns nicht versprochen, alles Unheil von uns fernzuhalten – das steht auch sonst nirgends in der Bibel. Im Gegenteil: Sie enthält so manches Beispiel für unschuldiges Leiden frommer Menschen.

 

Aber wenn wir die Realität aus der Perspektive der Ewigkeit sehen (und das sollten wir dringend tun!!!), dann erkennen wir, daß Gott uns hier etwas viel Besseres verheißt: die Bewahrung vor Seinem Gericht, das wir eigentlich genauso verdient haben wie die Menschen, die Ihn nicht kennen.

 

Um es mit den Worten des Herrn Jesus zu sagen: "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen" (Johannes 5, 24).


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Detlev Fleischhammel

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Foto: snappygoat.com